18.03.2026

Zukunft verbietet man nicht – KI im Bildungswesen ermöglichen

I. Freiheit als Leitprinzip im digitalen Zeitalter

In einer liberalen Gesellschaft basiert die Bildung auf dem Vertrauen in die Mündigkeit des Einzelnen. Neue Technologien dürfen nicht reflexhaft mit Verboten beantwortet werden. Der Liberalismus setzt auf Befähigung statt Bevormundung.

Künstliche Intelligenz ist keine zukünftige Möglichkeit mehr, sondern bereits Teil des Alltags in Wirtschaft, Forschung und Privatleben. Das Bildungssystem darf sich dieser Realität nicht entziehen. Die Frage ist nicht, ob KI genutzt wird, sondern ob junge Menschen lernen, sie souverän, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.

II. Gegenwärtige Herausforderungen

Der Umgang mit KI an Schulen und Hochschulen ist derzeit uneinheitlich. Teilweise bestehen faktische oder ausdrückliche Verbote, teilweise herrscht Unsicherheit über Reichweite und Zulässigkeit der Nutzung. Lehrkräfte, Schüler sowie Studierende bewegen sich häufig in Graubereichen.

Statt Klarheit und Kompetenz entsteht so Rechtsunsicherheit. Verbote verhindern die Nutzung nicht, sondern verlagern sie in Intransparenz. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb zurückfällt, wenn Bildungseinrichtungen den produktiven Umgang mit KI nicht frühzeitig vermitteln.

Ein Bildungssystem, das technologische Realität ausklammert, bereitet nicht auf die Zukunft vor. Künstliche Intelligenz ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine zentrale Chance für die zukünftige Entwicklung Deutschlands.

III. Grundsatz

Die Jungen Liberalen Mittelfranken fordern, dass der Einsatz von KI-Tools im Bildungsbereich grundsätzlich zulässig ist. Schüler und Studierende sollen KI-Anwendungen als selbstverständliches Werkzeug nutzen dürfen. Der Ausgangspunkt ist Freiheit und Vertrauen, nicht Verbot und Generalverdacht.

Einschränkungen sind nur dort gerechtfertigt, wo der Prüfungszweck ausdrücklich verlangt, dass eine Leistung ohne digitale Hilfsmittel erbracht wird. Dies kann insbesondere bei klar definierten Präsenzprüfungen oder Klausursituationen der Fall sein, in denen eine Eigenleistung unter kontrollierten Bedingungen bewertet werden soll. Außerhalb solcher ausdrücklich geregelten Konstellationen, insbesondere bei Hausarbeiten, Projekten oder langfristigen Ausarbeitungen, ist eine pauschale Untersagung der KI-Nutzung nicht gerechtfertigt.

Ein generelles Misstrauen gegenüber modernen Technologien lehnen wir ab. Maßstab ist nicht das Verbot eines Werkzeugs, sondern die transparente und verantwortungsvolle Verwendung.

IV. KI-Kompetenz als Bestandteil moderner Bildung

Statt KI zu verdrängen, muss ihre Nutzung Bestandteil des Bildungsauftrags werden. Schulen und Hochschulen sollen systematisch vermitteln, wie KI-Systeme funktionieren, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringen und wo ihre Grenzen liegen. Dazu gehört die kritische Auseinandersetzung mit Verzerrungen, Fragen der Urheberschaft sowie mit ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, aber auch einem verantwortungsvollen Umgang der Anwendungen.

Lehrpläne sind entsprechend weiterzuentwickeln und Lehrkräfte durch gezielte Fortbildungen zu unterstützen. Digitale Mündigkeit bedeutet, KI-Werkzeuge nicht nur zu bedienen, sondern auch diese einzuordnen und hinterfragen zu können. Junge Menschen müssen auf eine kooperative Zusammenarbeit mit KI geschult werden, um sie optimal auf die Zukunft vorzubereiten.

V. Prüfungsformate an die Realität anpassen

Da die Künstliche Intelligenz in der Lage ist, bestimmte Aufgaben eigenständig zu übernehmen, muss sich auch die Bewertungskultur weiterentwickeln. Prüfungen sollen stärker auf Verständnis, Transferleistung, Problemlösung und argumentative Tiefe ausgerichtet werden, statt auf bloße Textproduktion.

Dazu kann es sinnvoll sein, mündliche Elemente stärker einzubeziehen, Präsentationen und Verteidigungen von Ergebnissen vorzusehen oder den Arbeitsprozess nachvollziehbar zu dokumentieren. Ziel ist keine Abschaffung bewährter Prüfungsformen, sondern ihre Weiterentwicklung aufgrund einer neuen technologischen Realität. Das Bildungssystem darf den technischen Fortschritt nicht ausschließen, sondern muss ihn aktiv gestalten und didaktisch einordnen.

VI. Transparenz und Verantwortung

Wenn KI eingesetzt wird, soll dies offen kommuniziert werden. Diese Transparenz schafft Klarheit und ermöglicht eine faire Bewertung von Eigenleistungen. Vergleichbar mit Quellenangaben soll deutlich werden, in welchem Umfang KI genutzt wurde und welche Teile eigenständig erarbeitet wurden.

Ein Klima des Generalverdachts lehnen wir ab. Klare Regeln, nachvollziehbare Standards und die Verantwortung des Einzelnen sind die richtige Antwort auf technologische Veränderungen.

VII. Schlussgedanke

Künstliche Intelligenz wird unsere Gesellschaft nachhaltig prägen. Ein liberales Bildungssystem darf diese Entwicklung nicht blockieren, im Gegenteil, es muss sie vorantreiben.

Wer junge Menschen auf die Zukunft vorbereiten will, darf ihnen die Werkzeuge der Gegenwart nicht vorenthalten.

Dieser Antrag soll einer Sunset-Klausel von 1 Jahr unterliegen.

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